TYPO3 mit anderen Augen sehen

TYPO3 mit anderen Augen sehen - Ein Jahr als Dozent für TYPO3 und Wordpress. Ein System aus einem anderen Winkel betrachten und in Frage stellen.

Ein Jahr als Dozent für TYPO3 und Wordpress. Ein System aus einem anderen Winkel betrachten und in Frage stellen.



Seit einem Jahr bin ich nun als Dozent für ein bundesweit agierendes Unternehmen tätig, das online-Kurse per Videokonferenz für Arbeitssuchende anbietet. In dieser Zeit habe ich rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Wordpress und 50 weiteren TYPO3 nähergebracht. Viele der Kundinnen und Kunden des Unternehmens haben lange Jahre im Print- und Marketingbereich gearbeitet, teilweise auch mit Programmiererfahrung. Für alle jedoch gilt: Die Einrichtung einer Webseite mit TYPO3 ist Neuland. 

Das Wichtigste, was mir in diesem Zusammenhang in dieser Zeit klar geworden ist: Man verlässt sein Ghetto des Entwicklers oder Programmierers und lernt, ein System wie TYPO3 mit anderen Augen zu sehen. Seit 2013 arbeite ich nun mit TYPO3. Und in dieser Zeit hat man naturgemäß verinnerlicht, wie bestimmte Prozesse im System ablaufen. Wie binde ich ein Template ein? Wie komme ich zu einem Layout

Gerade dieser Punkt stößt Personen, die vielleicht schon Erfahrungen mit Wordpress gemacht haben, recht schnell auf. Warum gibt es denn keine fertigen Vorlagen wie bei Wordpress, kommt es oft zu Beginn der Kurse. Während des Kurses wird dann klar, dass hinter TYPO3 eine komplett andere Philosophie steckt, was den Aufbau einer Webseite angeht. Man hat eben kein vorgefertigtes Theme, das man einfach einbindet, sondern baut eine Webseite von Beginn an neu auf. 

Und da ist es eben für jemanden, der bislang nichts mit Programmierung zu tun hatte, schwer zu durchschauen, wie man in TYPO3 ein Setup erstellt, Fluid Templates und CSS-Dateien anbindet, die Inhalte für redaktionelle Bearbeitung bereitstellt und verfügbar macht. Und dann noch das Ganze mit einem eigene Layout aufbauen! Das ist natürlich deutlich mehr Arbeit als mit vorgefertigten Lösungen. 

Genau deswegen stellt man Prozesse, die man in TYPO3 als naturgegeben hinnimmt, plötzlich in Frage. Ein Beispiel: Wenn ich ein Fluid Template anbinde und eine Webseite in mehrere Partials zerlege, dann ist der Prozess, mit dem die Dateien nacheinander abgearbeitet werden, für einen Anfänger so gut wie nie zu durchschauen. Ich habe den Aufbau bei den Seminaren in kleine Teilschritte zerlegt und mehrfach wiederholt. Als effektiv hat sich erwiesen, ein zweites Backend Layout für die Startseite zu erstellen und dieser ein anderes Frontend zu geben. Mit diesem Schritt, so haben Teilnehmer mir später gesagt, hätten sie erst das Prinzip der Arbeit von TYPO3 beim Rendern von HTML-Code verstanden. 

Mir ist bei diesen Kursen klar geworden, dass man den Teilnehmerinnen und Teilnehmern natürlich einen vom Pferd erzählen kann und ihnen ein fertiges Projekt gibt, das sie dann nur noch anpassen müssen. Für das Verständnis bringt das gar nichts. Das Entwickeln Stück für Stück, mit einem abstrakten Blick auf TYPO3 und ständig dem Selbstzweifel im Hinterkopf, ob das denn nun wirklich so sein muss, ist eine gute Sache. Denn man bewegt sich heraus aus dem engen Käfig des eigenen Hirns, stellt bewährte Lösungen in Frage und sieht ein System mit ganz anderen Augen. 

Ein Blickwinkel, den man in der IT öfter mal einnehmen sollte.

 

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